Der Chemiebaubasten der Textilindustrie


In der Standard-Textilindustrie wird weit aus mehr Chemie verwendet, als wir es uns vorstellen können.
Auf einem Vortrag des GOTS heißt es, die Textilindustrie ist mit Abstand die schmutzigste und giftigste Industrie der Welt. Da kommt sogar die Ölindustrie nicht mit.
Es fängt mit den Pflanzenschutzmitteln der Baumwolle an. Dann die Chemikalie die dafür sorgt, dass alle Baumwollkapseln gleichzeitig reif sind und geerntet werden können. Hast du schon mal von Agent Orange gehört?
Weiter zu den Chemikalien, die im Spinn- und Webprozess gebraucht werden. Übers Bleichen, Chloren, Färben, Farbschutzmittel, Chemie, die den Stoff glänzend oder matt erscheinen lassen. Darf es extra Bügelfrei sein? Filzfrei? Glitzeraufdruck? Used-look? Stone-washed? Kuschelweich? Das geht fast nur mit starker  Chemie….

Der Chemiebaubasten der Textilindustrie
© Fotograf: Repuplica, über Pixabay.com

Ich könnte noch mehr aufzählen und hätte nur einen Bruchteil dessen, was in der herkömmlichen Textilindustrie gebraucht wird.
Laut Gesetz braucht ein Kleidungsstück erst nach der ersten Wäsche unter den toxischen Grenzwerten liegen. Vor der ersten Wäsche können also noch Chemikalien über den gesundheitlichen Grenzwerten in der Kleidung enthalten sein.

Allein das Thema Farbe bräuchte einen eigenen Artikel. Eine einfache Jeans durchläuft bis zu 16 Färbeprozesse. Für ihre Herstellung wird je nach Jeans 1-3 Pfund Chemikalien verwendet. Dazu verbraucht es mindestens 7000 Liter Wasser die danach dem Menschen oder der Natur nicht mehr zur Verfügung stehen. Pro Jahr werden weltweit ca. 5 Milliarden Jeans produziert. Als Matheaufgabe formuliert: 7000 Liter Wasser mal 5 Milliarden gleich 3`500`000`000`000 Liter Wasser. Das sind 3,5 Billionen Liter, die verloren gehen. Jedes Jahr.

Hinweisschilder mit Aufschriften „Achtung, Textil könnte beim tragen abfärben“ sollten einen Alarm auslösen. (und nicht erst als Juckreiz auf der Haut!)

Bio-Baumwolle ist eine gute Grundlage, aber der weitere Verarbeitungsprozess ist an so vielen Stellen umweltschädlichen Chemikalien ausgesetzt, dass es einem die Nackenhaare aufstellt.

Die verwendeten Mittel lösen Allergien, Hautreizungen bis hin zu Krebs aus. Über die Abwässer richten sie in der Natur verheerende Schäden an. In den traditionellen Produktionsländern wie Bangladesch und Taiwan sind ganze Flüsse und Gewässer so verschmutzt, dass man sie zur Trockenzeit in Brand stecken kann!

Was also tun, um weniger dieser Chemikalien auf der Haut und im Wasser zu haben?

  • Trage deine Kleidung lange und verschenke oder tausche sie weiter.
  • Kaufe bei Herstellern, die darauf achten, möglichst wenig Chemie einzusetzen. (z.B. Green Size)
  • Gütesiegel wie der GOTS zertifizieren vertrauenswürdige Hersteller und Lieferanten.
  • Verzichte, wenn das gewünschte Textil stark ‚chemisch‘ riecht.
  • Klassische Billig-Discouterware kommt nicht ohne den Chemiebaukasten aus.
    (Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass teuer besser ist!)
  • Wasche deine neue Kleidung vor dem ersten Tragen in der Waschmaschine.
  • Bio-Baumwolle ist zwar nicht alles aber ein guter Anfang!

Der Chemiebaubasten der Textilindustrie
© Fotograf: 1443435, über Pixabay.com

 

 

…Selbst im Übersee-Container wird die Ware mit einer Chemikalie besprüht, damit keine Insekten nach Europa einschleppt werden…

 

 

Es ist extrem wichtig, dass sich etwas verändert in der Textilbranche. Wir zerstören mit unserem bisherigen Konsumverhalten nach und nach unsere Erde.
Darum achte darauf was du kaufst. Darum achte ich darauf was bei Green Size in die Kleidung kommt! Wir können uns bestimmt noch an vielen Stellen verbessern, sind aber mit Sicherheit auf einem guten Weg.

Mit eigenen Worten kann ich gar nicht sagen, wie gravierend das Problem der Chemie in den Textilien ist. Der Film RiverBlue erklärt ohne Verharmlosung oder Dramatisierung, wie es in der Konventionellen Textilindustrie aussieht.
Schaut ihn euch an, um besser zu verstehen wie ernst es ist.

Titelbild von Celina 

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