geliebt, verdammt: Baumwolle
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Baumwolle,
Geliebt und verdammt.

Baumwolle ist der Klassiker unter den textilen Fasern. Es ist eine der ältesten und wichtigsten Kulturpflanzen der Menschheit. Die ältesten Belege für die Nutzung der Pflanze werden auf ca. 6000 v. Chr. datiert und stammen (war doch klar) aus Indien. Es wurde aber auch in Südamerika und Afrika sehr früh angebaut und man geht davon aus das mehrere Völker unabhängig von einander angefangen haben die Pflanze zu domestizieren.
Bis die Europäer das feine Tuch für sich entdeckt hatten, das zeitweise wertvoller als Seide war, dauerte es noch bis ins späte Mittelalter.
Die Erfindung der „Spinning Jenny“, der ersten Maschine zum verspinnen von Fasern zu Garn gilt als ein Grundstein der Industrialisierung und die Baumwolle wurde für die Massenbevölkerung erschwinglich.
In der Gegenwart sieht das ganz anders aus. Fast ein drittel der heutigen Textilwelt besteht aus Baumwolle. Laut dem WWF beträgt die weltweite Anbaufläche rund 30 Millionen Hektar. Zum Vergleich: Die Fläche von Deutschland umfasst 35 Millionen Hektar.
Beim WWF heißt es weiter das 100 Millionen Haushalte ihre Lebensgrundlage rund um die Baumwolle und die Verarbeitung beziehen. Es hängen also auch sehr viele Jobs in dieser Branche.
Die Faser ist Robust und äußerst vielseitig einsetzbar. Vom der Kleidung einmal abgesehen hat es den Weg zu faserverstärkten Kunststoffen, Banknoten oder Kaffeefiltern gefunden. Die Lister der Möglichkeiten ist endlos.

Trotzdem hat die Baumwolle keinen guten Ruf.

Konventionelle Baumwolle kurz vor der Ernte © Pixabay
Konventionelle Baumwolle kurz vor der Ernte © Pixabay

Vor allem wenn es um konventionelle, also nicht biologische Baumwolle geht.
Für einem Kilo Fasern werden 11000 Liter Wasser benötigt.
Und da Baumwolle in wärmeren, regenarmen Ländern wächst muss oft künstlich bewässert werden. Dazu werden die Pflanzen in Monokulturen angebaut.
D.h. Die Felder werden jedes Jahr mit neuen Baumwoll-Sträuchern bepflanzt. Es gibt keinen Fruchtwechsel, der neue Nährstoffe in die Erde bringt. Ebenso wird aus Effizienzgründen darauf verzichtet andere Pflanzen zwischen die Sträucher zu pflanzen. Sehr zum Nachteil der Biodiversität, also dem Ökosystem in der Erde und der Landschaft. Die ausgelaugten Böden brauchen sehr viele chemische Aufputschmittel.
Pestizide, Pflanzenschutzmittel, Dünger. Das volle Programm.
Hinzu kommt noch, das etwa 2/3 der Baumwolle aus genetische verändertem Saatgut gezogen wird. (Stand 2014)

 

Und warum zum Henkel, ist hier alles aus Baumwolle?

Hier im Shop ist ja fast alles aus Baumwolle. Aber aus Biobaumwolle. Hier sind die Gründe, warum Biobaumwolle besser ist als sein konventioneller Kollege.
Zunächst der Wasserverbrauch: Laut Studie braucht Biobaumwolle 91% weniger Bewässerung.
Und ist, wenn man alle Faktoren wie Wasser, Chemieeinsatz und Monokultur zusammenzählt zu 46% weniger Klimaschädlich. Das ist fast die Hälfte!
Krass, oder?
Keine Pestizide, keine genmanipulierte Saat…
Und noch ein Vorteil: Biobaumwolle stammt häufig von Kleinbauern und nicht von Großkonzernen. Für die Großen lohnt es sich scheinbar nicht. Aber die kleinen Bauernhöfe haben richtig was davon. Sie bekommen stabilere Preise und organisieren sich häufig zu effektiven Handelsgemeinschaften.
Als Gruppe bekommen die Kleinbauern bei den Ankäufern bessere Verträge und nehmen zunehmend mehr Einfluss auf den Handel mit ihrer Ernte.
Und tatsächlich ist Indien nicht nur der größte Baumwollproduzent der Welt, es stammen auch 50% der Weltweit angebauten Biobaumwolle aus diesem Land.

Weltweit ist der Anteil von Biobaumwolle nur etwa 1% der gehandelten Baumwolle. Wir sind also ganz am Anfang! Wird Zeit das sich was ändert.
Wir als Verbraucher haben die Macht uns zu entscheiden ob wir Konventionell oder Bio wollen. Fangen wir an, diese Macht zu nutzen!

Baumwoll-Planze in voller Blüte © Pixabay
Baumwoll-Planze in voller Blüte © Pixabay
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